Die arme Industrie
These:
"EEG-Umlage eine versteckte Subvention für die Industrie. "
Obwohl die Netzbetreiber ihrer Verpflichtung nachkommen und auf der Webseite www.netztransparenz.de die Daten rund ums EEG veröffentlichen, wird vieles nicht hinterfragt.  

Mehrkosten für die Industrie 

Die Argumente, warum die Industrie zum Teil von der EEG-Umlage befreit wird, sind uns mehr als einmal vorgetragen worden. Benachteiligung im internationalen Wettbewerb, Abwanderungsgefahr sind wohl die bekanntesten. Welche Auswirkungen das Wegfallen des Privilegs allerdings tatsächlich hätte und ob die Argumente trag kräftig sind, findet man nur selten. Deshalb hier mal ein Ansatz.

2015 Umlage

 

Die EEG-Umlage wird auf den Letztverbrauch ohne Privileg erhoben. Man teilt hierzu die prognostizierten Kosten für das EEG durch den Letztverbrauch und erhält die Werte der blauen Linie. Ohne Privileg erhält man die Werte der grünen Linie.

Daraus lassen sich die Mehrkosten für die Industrie ohne Privileg berechen:

2010 419.552.998,00 €
2011 969.629.647,76 €
2012 1.018.047.719,57 €
2013 1.650.162.812,23 €
2014 1.980.011.207,41 €
2015 1.828.508.363,91 €

Betrachten wir nun die Auswirkungen der Energiewende auf den Strompreis an der Börse.

  Börsenstrompreis
2010 4,45 Ct/kWh
2011 5,11 Ct/kWh
2012 4,26 Ct/kWh
2013 3,76 Ct/kWh
2014 3,35 Ct/kWh
2015 3,15 Ct/kWh

 

Termin- und Spotmarkt
Am Spotmarkt der Strombörse werden kurzfristige Stromkontingente gehandelt (selbiger Tag = Intraday oder für den nächsten Tag = day-ahead). Am Terminmarkt werden dagegen längerfristige Stromeinkäufe getätigt. Stromhändler und Großabnehmer können dort Strom zur Lieferung in den nächsten Jahren einkaufen. Sie profitieren von den derzeit günstigen Preisen.

Preisniveau auf dem Terminmarkt sinkt weiter
Die Preise für Stromlieferungen in der Zukunft sinken weiter in Richtung Drei-Cent-Marke. Der mittlere Terminmarktpreis für Grundlaststrom zur Lieferung im Jahr 2016 liegt im Mai 2015 mit 3,16 Cent je kWh nur knapp unter dem Preis des Vormonats (April 2015: 3,20 Cent/kWh). Gegenüber dem Vorjahr fällt der durchschnittliche Terminmarktpreis dagegen um 8,4 Prozent (Mai 2014: 3,45 Cent/kWh). An den Strombörsen wird derzeit das Lieferjahr 2018 am günstigen gehandelt. Marktteilnehmer können sich für 3,14 Cent je kWh mit Strom eindecken. Nur etwas teurer ist das Lieferjahr 2017 (3,16 Cent/kWh). Auch die Preise für die weiter in der Zukunft liegenden Lieferperioden bewegen sich auf dem Niveau des Lieferjahres 2018. Mit 3,38 Cent/kWh ist Grundlaststrom zur Lieferung im Jahr 2021 derzeit der teuerste, während Strom für das Lieferjahr 2016 für 3,15 Cent die kWh zu bekommen ist (Abrechnungspreise vom 29.06.2015).

 

 

Faktisch bedeutet das, dass die Großabnehmer, die in den Genuss des Privilegs kommen, die einzigen Letztverbraucher sind, die preislich von der Energiewende profitieren.

 

Warum sollte man daher abwandern oder eine Benachteiligung im internationalen Vergleich anführen?

 

 

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